Über den Bau der Ulrichskirche können die Magdeburgerinnen und Magdeburger am 20. März 2011 abstimmen. Leider bleibt dabei die Meinung von Menschen unter 16 Jahren unberücksichigt.Deshalb befragte der StadtJugendRing Magdeburg e. V. Kinder und Jugendliche dazu. Die Ergebnisse liegen nun vor.
Nur 16 Prozent der befragten Kinder- und Jugendlichen sprachen sich letztendlich für den Bau der Ulrichskirche aus. Für die anderen hat die Ulrichskirche keine Bedeutung. Knapp 68 Prozent wollen die Kulisse vor dem Alex so lassen, wie sie ist und noch einmal gut 16 Prozent möchten etwas ganz anderes: Ganz vorne dabei sind der Wunsch nach einer Jugendfreizeiteinrichtung,einem Jugend- oder Fitnessclub und die Forderung eines ausdifferenzierteren Sport- und Freizeitangebotes für Kinder und Jugendliche. Ein Fußballplatz, eine Sporthalle, eine Eiskunsthalle, eine Skaterbahn, ein Kletterturm, ein Beachvolleyplatz – so stellen sich die Teilnehmer der Umfrage eine lebenswerte Stadt vor. Flächen und Einrichtungen, die ihnen die Möglichkeit geben, sich draußen auszutoben; und das nicht auf alten, abgeranzten Plätzen, die sich schwer zugänglich am Stadtrand verstecken. Nein, ganz zentral sollen sie sein, die Orte von sportlicher Betätigung und sozialer Begegnung. „Wir brauchen keine Kirche“ schrieb ein Teilnehmer schlicht auf seine Ankreuzkarte. Lieber mehr Grünflächen, ein Riesenrad, eine Moschee, so weitere Vorschläge. Die Forderung nach mehr Vielfalt in Freizeit und Kultur ist deutlich. Kinder wollen auch da mitbestimmen, wo es über die Frage nach neuen Spielplätzen hinausgeht. Warum werden junge Menschen nicht gefragt, wenn es um die Gestaltung des Ortes geht, an dem sie aufwachsen? Immerhin spielt sich dort die wichtigste Phase ihrer Sozialisation ab. Und noch viel wichtiger: Warum sollten sie in Magdeburg bleiben, wenn ihnen diese Mitbestimmung versagt wird? Hier lässt man sich bewusst eine entscheidende Möglichkeit entgehen, die Zufriedenheit der Bevölkerung zu steigern. Sind die Kinder glücklich, geht es auch ihren Eltern gut. Wächst man hier angenehm auf, bleibt man hier lieber und zieht hier auch seine eigenen Kinder gerne groß. Klingt eigentlich logisch, oder? Trotzdem werden Kinder und Jugendliche bei lokalpolitischen Entscheidungsprozessen gekonnt ignoriert. Denn die hocken ja eh nur zuhause vorm Computer, so eine oft von Erwachsenen gehörte Phrase. Wundert es bei der Einstellung noch, dass die meisten hier so schnell wie möglich abhauen? Wir denken nicht.
---------------------------Hier der Archivtext zum Kampagnenstart im Oktober 2010-------------------------------
Der geplante Bau der Ulrichskirche spaltet die Stadt mittlerweile in zwei Fronten, die aber von Erwachsenen gebildet werden.
Menschen unter 16 werden dabei von den Verantwortlichen gelassen ignoriert.
Deshalb befragt der StadtJugendRing Magdeburg jetzt Kinder und Jugendliche dazu. Wir wollen für Kinder und Jugendliche aktive Mitwirkungsmöglichkeiten an solchen Prozessen schaffen.
„Unsere Mitgliedsverbände haben uns diesen Auftrag erteilt, den wir gern erfüllen.“ erklärt Vereinsvorsitzende Liane Kanter einen der Hintergründe für diese Aktion.
Zu oft wurde in der Vergangenheit die Chance vertan, Kinder und Jugendliche in die Gestaltung ihrer Lebensräume einzubeziehen. Und der geplante Bauplatz ist so ein Lebens- und Sozialraum.
„Deshalb werden wir jetzt mit Unterstützung unserer Mitgliedsverbände das Votum des Magdeburger Nachwuchses einholen und es dann bei den Verantwortlichen zu Gehör bringen“, beschreibt Projektleiter Ronald Mainka die Kampagne und meint zum weiteren Ablauf: „Bis Ende Oktober läuft die Befragung der Kinder und Jugendlichen. Nach der Auswertung werden wir uns mit den Ergebnissen in den öffentlichen Diskurs einbringen.“ In welcher Weise dies geschehen wird, wollte Mainka heute noch nicht verraten.
Entscheidungskarten können von Partizipationsunterstützern per Mail bei uns geordert werden. Bitte eine kurze Nachricht mit dem Betreff „Ulrichsplatzgestaltung“ an info@sjr-magdeburg.de senden.

