Die Spatzen Pfeifferns aus den Jugendklubs und von den Dächern, nichts als heiße Luft aus wissensfreien Löchern.

Da tönt er wieder, der populistische Kriminologe aus Niedersachsen. Die überdurchschnittliche Gewalttätigkeit der jungen Menschen in Sachsen-Anhalt fuße nicht zuletzt auf dem übermäßigen Konsum von gewaltverherrlichenden Spielen der Kinder und Jugendlichen in unseren Jugendklubs.
Seine analytische Fähigkeit müsste uns denn auch zu dem Schluss führen, dass zu viel Bildung Amokläufer hervorbringt. Denn die Schüler, die schießend und mordend durch deutsche Schulen zogen, waren bislang Abiturienten.
Diesen Zusammenhang kann man herausfinden, wenn man in populistischer Pfeiffer-Manier „forscht“ und die komplexen sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen außer Acht lässt.

Seit Jahren füttert der an einer Aufmerksamkeitsbedürfnisanomalie leidende Kriminologe die Medien mit seinen zum Teil wohl auf gefühltem Wissen basierenden Phrasen. Wer in Gemeinschaft auf Nachtöpfen saß, verwechselt Tiefkühltruhen mit Kinderbetten, war eine davon. Fachleute lächelten dann oft und sparten sich die vertrödelte Zeit, die eine Antwort kosten würde. Wir wollen aber heute mal dieser Form des Müßigganges frönen.
Vielleicht hatte Pfeiffer eine schwierige und komplizierte Kindheit. Er musste sich nur gewaltverherrlichende Märchen und Geschichten anhören, wurde gezwungen, sich auf der Straße an gewaltverherrlichenden Spielen wie „Länderklauen“ und „Herr Fischer wie tief ist das Wasser“ zu beteiligen, wurde in der Schule gehänselt oder ihm las ständig irgendjemand Pseudonachrichten aus einem Boulevardblatt vor. Das würde zumindest im Ansatz seine lebensweltfremden Behauptungen erklären.

Der Omnipräsenz von Gewalt in unserem Gesellschaftssystem und Lebensalltag zum Beispiel und nicht nur der in Computerspielen und Fernsehen wird kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Wäre ja auch kein kriminologischer Ansatz, sondern ein ganzheitlicher, und der liegt ihm fern.

An Magdeburger Kinder- und Jugendeinrichtungen ist Pfeiffer höchstens einmal vorbeigefahren. Was hier an guter fachlicher Arbeit geleistet wird, weiß er mit Sicherheit nicht. Bei fundierter sachlicher Recherche wäre ihm aufgefallen, dass gerade in unserer Landeshauptstadt, die meines Wissens auch Sachsen-Anhalt liegt, nicht nur eine gute Jugendhilfelandschaft gefördert wird, sondern dass es hier einen lebendigen fachlichen Diskurs gibt, der sich mit den Veränderungen der gesellschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen befasst und daraus Handlungs- und Arbeitsansätze entwickelt und umsetzt. Und selbstverständlich irren wir dabei auch mal oder machen wir Fehler. Dass auch uns diese zutiefst menschliche Eigenschaft innewohnt, darauf lege ich Wert.
Dass es in den ländlichen Strukturen auch andere Tendenzen gibt, wissen wir, und dass diese sich bei dem unseligen Sparkurs der Landesregierung wahrscheinlich noch verschärfen werden auch. Dies liegt zum einem großen Teil an der fehlenden Augenhöhe des Landesjugendamtes zu den freien Trägern.

Eine andere Vermutung ist, der Kriminologe hat einen Lobbyauftrag der Gesamtschulen erhalten. Dann hätten sich diese sich miserablen Lobbyisten gesucht. Wir beraten sie in diesem Falle gern nach. Im Bildungswesen gibt es Entwicklungsbedarf – auch im Gesamtschulsektor – und dazu gibt es bereits vielfältige Lösungsansätze. Diese Landschaft ist seit längerem in Bewegung. Sozialarbeiterische Kompetenz und Sozialarbeiter an Schulen gibt ebenfalls bereits. Ein weiteres Stichwort ist „Bildungslandschaften“, recherchieren muss Pfeiffer schon selbst.

Na ja, wir jedenfalls wünschen Pfeiffer gute Besserung und raten zur Rekonvaleszenz in einschlägigen Bildungseinrichtungen und -instituten.