>Auf Führerschein-Neulinge könnte ein zusätzliches Fahrtraining zukommen. Ein verpflichtendes Sicherheitstraining, das mehrere Monate nach der Führerschein-Prüfung stattfinden soll, werde derzeit geprüft, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann. In Österreich, wo es eine solche Regelung bereits seit 2003 gibt, seien die Unfallzahlen bei Fahranfängern um 30 Prozent zurückgegangen. Aus dem Bundesverkehrsministerium hieß es nur, man prüfe derzeit alle Möglichkeiten für eine höhere Verkehrssicherheit von Fahranfängern.<
Diese Nachricht ist heute der deutschen Medienlandschaft zu entnehmen. Und wieder mal drauf auf die jungen Leute. Die werden ja in Deutschland eh immer weniger, bilden nur ein geringes Wählerpotential und haben so bei Entscheidungsträgern keine Lobby. Bei Senioren ist das schon anders. Die Unfallbeteiligungsquote ist nicht geringer, das Gefahrenpotential damit auch nicht. Aber Senioren haben in Deutschland eine wirtschaftliche Lobby, weil sie Geld haben - noch zumindest - und stellen ein höheres Wählerpotential. Doch sollen hier keinesfalls die Generationen gegeneinander ausgespielt werden. Damit würde man der flachen Betrachtungsweise von Herrn Storjohann nur Rechnung tragen. Schade dass gerade einem Christen in der Politik die ganzheitliche Sichtweise abhandengekommen ist - oder war da nie eine?
Die deutsche Unfallstatistik weist nämlich im langfristigen Vergleich seit 1991 eine positive Gesamtentwicklung nach. Eine qualifizierte Auswertung dieser Daten mit dem Ziel einer weiteren Senkung der Beteiligungszahlen, würde aber breitere und vielfältigere Maßnahmen erforderlich machen als den von Storjohann geforderten Subventionsansatz für Fahrschulen nach einem plakativen Österreich-Vergleich.
Das beginnt bei den erlaubten Höchstgeschwindigkeiten auf deutschen Straßen, geht über die umwelt-, und menschenfeindlichen Mobilitätsanforderungen in Beruf und Lebensalltag in Deutschland und endet bei einer asozialen Förderung des Individualverkehrs, die andere Mobilitätskonzepte diskreditiert. Abwrackprämien für Autos statt Abbau von Armut und sozialer Ausgrenzung sowie Geld für ganzheitliche Bildungschancen sind nur ein Beispiel für die gesellschaftspolitische Gestaltungsperversion bei uns.
Auch unsere Landeshauptstadt bildet da keine Ausnahme:
- Gesundheitsschädigende rote Ampelphasen für Fußgänger und Radfahrer, die besonders Kinder, die ja natürlicher Weise schon durch ihre Größe näher am Auspuff der Fahrzeuge sind, benachteiligen,
- Schul- und Ausbildungswege die ein Erreichen der Einrichtungen per Pedes unmöglich machen,
- Preise, Fahrpläne und Kontrollmanieren der Magdeburger Verkehrsbetriebe und
- Tunnelprojekte, die hauptsächlich mit dem Abgreifen von Subventionen begründet werden, sind nur einige Beispiele dafür.
Und jetzt sollen junge Menschen, die wirtschaftlich meist mit dem Erwerb der Fahrerlaubnis schon finanziell ausgepowert werden auch noch zusätzliches Training bezahlen. Nein danke! Dann lieber doch ganzheitliches und menschliches Denktraining für die politisch Verantwortlichen - selbstverständlich kostenpflichtig im angemessenen Verhältnis an ihrer durch Steuergelder erworbenen Bonität!